Eizellvorsorge oder
"Social Freezing"

Social Freezing ist eine Option in der Reproduktionsmedizin zur Fertilitätsvorsorge. Es eröffnet die Möglichkeit, auf Wunsch eigene Eizellen oder Samenzellen einfrieren zu lassen und eine bestimmte Zeit einzulagern – eventuell auch ohne medizinischen Hintergrund und damit auch als Option in der modernen Familienplanung.

Eizellvorsorge – "Social Freezing"

FAQ

Wie sehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Eizellvorsorge/"Social Freezing" aus?

Die Konservierung menschlicher Geschlechtszellen wirft natürlich auch rechtliche Fragen auf. Was die Möglichkeiten in der Reproduktionsmedizin betrifft, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Land zu Land verschieden, so auch im Bereich der Eizellvorsorge / "Social Freezing". Sowohl technisch, durch den Einsatz effizienter Tiefgefrier-Systeme, als auch rechtlich, durch Aufklärung und Transparenz, streben die IVF Zentren Prof. Zech nach höchstmöglicher Sicherheit für alle, die eine Eizellvorsorge in Anspruch nehmen wollen.

Wer entschließt sich zur Eizellvorsorge/"Social Freezing"?

"Die Nachfrage ist groß und zunehmend. Frauen, die sich für eine Eizellvorsorge entscheiden, tun dies wohl überlegt, klug und verantwortungsvoll. Es ist ein emanzipatorischer Schritt zu mehr Selbstbestimmung, was auch ein kürzlich erschienener Artikel – "Gefrorene Zeit – Warum das Konservieren von Eizellen Frauen Freiheit verschafft" im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Nr. 29/ 14.07.2014) hervorhebt. Darin wird u.a. dargelegt, dass unsere Lebenserwartung heute viel höher ist, als noch vor fünfzig Jahren, sodass es logisch erscheint, wenn Frauen diese neue Methode nutzen, um das Kinderkriegen ein paar Jahre nach hinten zu verlegen. Weiters erwähnt die Autorin, dass "Social Freezing" eine Art Gegenstück zur Antibabypille sei und somit eine Frau nicht mehr nur eine Schwangerschaft verhindern, sondern auch herbeiführen könne – zu einem Zeitpunkt, der in deren Lebensplanung passe. "

Was sind die Beweggründe?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Frauen eine Eizellvorsorge in Betracht ziehen. Dazu gehört natürlich auch, sich den Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen zu wollen und dabei eine Verminderung der Fruchtbarkeit (bzgl. Eizellen) im Zuge des Alterungsprozesses zu vermeiden. Aber auch das berufliche und soziale Umfeld kann Frauen dazu bewegen, ihre Keimzellen konservieren zu lassen. Durch längere und intensivere Ausbildungszeiten beispielsweise erfolgt der Einstieg ins Berufsleben meist später. Dementsprechend wird auch die Familienplanung ausgerichtet. Neben diesen soziodemografischen Beweggründen, markieren jedoch meist medizinische Indikationen den Ausgangspunkt einer Eizellvorsorge:

  • bei onkologischen Patientinnen vor einer Chemo- oder Strahlentherapie
  • bei Patientinnen mit "Premature Ovarian Failure" (eingeschränkte Eierstockfunktion)
  • bei Patientinnen mit massiver Endometriose im Ovarbereich
  • bei Patientinnen mit Hashimoto-Thyreoiditis oder ähnlichen immunologischen Erkrankungen

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Behandlung beginnt mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, umfassenden Informationen und Hinweisen zu möglichen Risiken und Komplikationen. Eine gynäkologische Untersuchung, eine Hormonanalyse und die Abklärung der Serologie (Infektionsparameter) sind ebenfalls Bestandteil der Eizellvorsorge. PD. Dr. Nicolas Zech, Ärztlicher Leiter der IVF Zentren Prof. Zech in Bregenz, empfiehlt je nach Alter der Frauen, 10-30 Eizellen tieffrieren zu lassen. In der Vorbereitungsphase werden die Eierstöcke durch eine gezielte Hormonbehandlung stimuliert. Das Wachstum der Follikel wird per Ultraschall genauestens kontrolliert und damit der optimale Zeitpunkt für die Eizellentnahme bestimmt. Nach der Follikelpunktion werden die gewonnenen Eizellen tiefgefroren und eingelagert. WICHTIG: Eine sichere Verhütung einer aktuell nicht geplanten Schwangerschaft ist ab dem Beginn der Stimulationsphase bis zur nächsten Regelblutung absolut nötig, da nicht immer aus allen heranwachsenden Follikeln eine Eizelle gewonnen werden kann.

Wie lange kann ich meine Eizellen konservieren lassen / einlagern?

Je nach gesetzlichen Rahmenbedingungen derzeit zwischen 5-10 Jahre.

Wie sicher sind moderne Tiefgefrier-Techniken? Können meine Eizellen aufgrund der Lagerungsdauer evtl. beschädigt werden?

In den IVF Zentren Prof. Zech wird die Technik der aseptischen (keimfreien) Vitrifikation seit Jahren erfolgreich praktiziert. Nach heutigem Stand der Wissenschaft ermöglicht diese Tiefgefrier-Technik eine jahrelange Kryo-Lagerung von Eizellen, ohne dabei deren Entwicklungspotential einzuschränken (Erfahren Sie mehr über die Vitrifikations-Technologie).

Hintergrund: Unsere Keimzellen zählen zu den sensibelsten Zellen im Körper. Umso empfindlicher reagieren diese. Entscheidend für eine sichere Konservierung von Eizellen sind daher der Einsatz modernster Technologien, das Know-how sowie wissenschaftliches Engagement. Die aseptische Vitrifikation mit "VitriSafe" (von den IVF Zentren Prof. Zech entwickelt und perfektioniert) ist im Gegensatz zu offenen Tiefgefriertechniken ein geschlossenes System. Die Eizellen werden innerhalb eines protektiven Kryo-Straws bei -196° schockgefroren und in einen Stickstofftank eingelagert.

Wie hoch sind die Erfolgschancen auf eine spätere Schwangerschaft mittels Kinderwunschbehandlung?

Die Aussichten für eine spätere Schwangerschaft sind am besten, wenn die Eizellvorsorge frühzeitig erfolgt. In der Reproduktionsmedizin können mit innovativen Tiefgefriertechniken, wie der Vitrifikation, nach dem Auftauen und der Befruchtung der Eizellen, ähnliche Schwangerschaftsraten erzielt werden, wie das in einem "Frisch"-Zyklus möglich ist. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie¹ (präsentiert auf dem ESHRE-Kongress 2014) haben diesbezüglich gezeigt, dass es im Durchschnitt mit einer Anzahl von 17-20 kryo-konservierter Eizellen zur Geburt eines Kindes nach einer IVF-Behandlung kommt.

¹ 30th Annual Meeting of ESHRE, Germany, 29 June - 2 July 2014; Wirleitner B, Vanderzwalmen P, Hradecky L, Prapras Y, ZechNH.
P-313 Breakthrough in vitrification methods – a highly secure, safe and efficient aseptic method of vitrifying and storing oocytes for oocyte banking and all IVF indications. Hum. Reprod. 2014; 29(S1): i246.

Gilt "Social Freezing" in der heutigen Gesellschaft als Lifestyle-Trend?

"Social Freezing" kann einerseits womöglich als Lifestyle-Trend angesehen werden, andererseits ist das vorsorgliche Einlagern von unbefruchteten Eizellen eine Option in der modernen Familienplanung, nicht zuletzt aufgrund zunehmender Belastungen beispielsweise durch Umweltgifte. Jede/r sollte sich selbst ein Bild machen und sicherlich auch kritisch hinterfragen, dabei aber nicht vergessen, dass alle Behandlungsoptionen, die in den IVF Zentren Prof. Zech angeboten werden, stets auf strikter Einhaltung der Gesetze und Wahrung ethischer und medizinischer Grundsätze basieren. Im Mittelpunkt stehen immer eine individualisierte Abklärung und Behandlung und die Gesundheit aller Beteiligten.

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